Wenn 24 Kameras den Schwimmstil verbessern…
Panathletinnen und Panathleten bekamen in Magglingen beim Bundesamt für Sport (BASPO) einen unvergesslichen Einblick in moderne Forschungs-, Diagnose - und Rehabilitation - Methoden. Eindrücklich, umwerfend, spannend und imposant, so lauteten die Kommentare der Besuchenden. Zudem erläuterte die vor wenigen Wochen gewählte Direktorin Sandra Felix ihre Vorstellungen persönlichen Ideen zum modernen Sport und zur BASPO-Zukunft.
Peter Wüthrich, Präsident des Distrikts Panathlon Schweiz/Liechtenstein will mit Begegnung, Information und Vermittlung die Clubs und Panathletinnen, Panathleten, näher zusammenführen. Eine eindrückliche Umsetzung seiner Idee erlebten die rund 70 Panathleten:innen beim Besuch des Magglinger Sportkomplexes am 16. November.
Der Vormittag war den informativen, multimedialen Vorträgen von Magglinger Insidern vorbehalten. Die neue Direktorin Sandra Felix will ihre neue Chef-Führungsrolle mit offener Transparenz, enger Zusammenarbeit, persönlicher Mitwirkung, inniger Vernetzung und viel Eigenverantwortung wahrnehmen. Obwohl für viele der Spitzensport seine Unschuld verloren habe (Doping, Match Fixing, Gewalt, unethisches Verhalten, etc.) werde auch künftig der Schweizer Spitzensport in Magglingen mit Engagement, Inspiration und modernsten Forschungsmethoden stark und zielgerichtet gefördert. Sie und ihr Team glauben auf dem Sport-Zauberberg oberhalb Biels an die Zukunft eines sauberen, erfolgreichen Schweizer Sports und an die positiven gesundheitlichen Auswirkungen des regelmässigen Sportreibens. Ohne Magglingens Top-Einsatz wären viele von den Dutzenden Medaillen an internationalen Anlässen nicht gewonnen worden.
Aber auch die Breitensportler:innen – in der Schweiz sind rund 84% der Bevölkerung auf irgendeine Art und Weise sportlich aktiv - die dem helvetischen Fünfkampf Wandern, Schwimmen, Ski, Rad und Joggen frönen, profitieren vom BASPO. Ein imposantes Beispiel dazu stellt die Förderung des Kinder- und Jugendsports mit dem 50 Jahre alten J+S-Programm dar: Pierre-André Weber, Chef Jugend- und Erwachsenensport, belegte dies mit einem informativen, historischen Exkurs und bewies das mit eindrücklich hohen Zahlen: 660 000 bis 700 000 Jugendliche ab 5 Jahren profitieren in rund 90 Sportarten jährlich von J+S. Künftig soll die Altersstufe neu auf 4 Jahren gesenkt werden, denn eine Sachstudie beweist: Jugendliche, die unter J+S den Sport kennen und schätzen gelernt haben, sind auch als Erwachsene bis ins hohe Alter körperlich aktiver als die restlichen Zeitgenossen.
Wie vielfältig und vernetzt die Ausbildung an der Eidg. Sporthochschule ESHM ist, präsentierte Rektor Urs Mäder. Die bunte Ausbildungspalette umfasst mit all den Studiengängen, Weiterbildungen, Trainerausbildungen, sowie Spezialthemen und -kursen ein sehr breites Spektrum. Die ESHM arbeitet eng mit Universitäten und den Technischen Hochschulen zusammen und ist mitten in der Zertifizierung im Qualifikations-Sicherheitssystem.
Magglingen ist aber auch sehr innovativ und immer auf der Suche nach neuen Errungenschaften für den Schweizer Sport. Mit seinem emotionalen Referat zog Hippolyt Kempf die ganze Panathlon-Familie sofort in seinem Bann. In Erinnerung wird bestimmt das Beispiel Schwimmbecken Tenero bleiben, wo mit mehr als 20 Kameras und modernsten Messmethoden jedes technische Detail eines Schwimmers im und unter Wasser visualisiert, analysiert und optimiert werden können. Noé Pontis Weltrekorde lassen grüssen.
Besuch «Lärchenplatz» und Ausbildungshalle
Nach dem Stehlunch konnten gruppenweise die neusten Bauwerke besucht und bestaunt werden. Am Lärchenplatz sind in erster Linie die Mitarbeitenden der Eidgenössischen Hochschule für Sport Magglingen (EHSM), die sich unter anderem mit Forschung, Ausbildung und Dienstleistungen für den Schweizer Sport beschäftigen, am Werk.
Entstanden ist nicht nur ein architektonisch eindrücklicher Holzbau, sondern ein hochkomplexes Kompetenzzentrum voller technischer Innovationen. Nicht minder eindrücklich die neu erstellte Ausbildungshalle neben dem Sport-Toto-Komplex. Modernste Infrastruktur – u.a. die in die Wände integrierten Grossbildschirme, wo mittels Touchscreens die Ausbildung und Schulung visualisiert und multimedial gearbeitet werden kann – sind topmodern und funktional.
Ein zufriedener Präsident Wüthrich zog am späteren Nachmittag ein positives Fazit: «Es lohnt sich für jeden persönlich, aber auch für die Clubs, derartige Anlässe zu besuchen. Denn unbekannte Aspekte kennen zu lernen, sich mit anderen Panathleten:innen auszutauschen und über den persönlichen Tellerrand zu blicken, sind für jeden und alle ein grosser Gewinn!»
photo: Peter Wüthrich mit BASPO-Direktorin Sandra Felix und den Referenten (v.l.)
Hipplyt Kempf, Urs Mäder und Pierre-André Weber.